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Das erste Hybrid-Kreuzfahrtschiff der Welt sticht in See

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Das erste Hybrid-Kreuzfahrtschiff der Welt sticht in See

Gerade von Auto-Fans wird beim Thema Umwelt und Emissionen gern mit dem Finger auf Kreuzfahrtschiffe gezeigt. “Die” sind schließlich deutlich größere und schlimmere Dreckschleudern als der eigene Diesel. Aber auch unabhängig davon geraten die dicken Luxusschiffe immer mehr in Verruf aus genau diesem Grund.

Aber auch hier setzt ganz langsam ein Umdenken ein und wird an Alternativen gearbeitet. Bis wir irgendwann mal mit Kreuzfahrtschiffen umherschippern können, die komplett auf Schweröle verzichten, wird vermutlich noch einiges an Zeit vergehen, zumindest in Norwegen konnte man nun aber schon mal einen ordentlichen Kompromiss fertigstellen.

Dort ist nämlich mit der MS Roald Amundsen das nach eigener Aussage erste Hybrid-Expeditionsschiff vom Stapel gelaufen bzw. mittlerweile sogar schon zur Jungfernfahrt angetreten. Neben HamburgSpitzbergen und Grönland nimmt das Schiff auch Kurs auf die Nordwestpassage. Der Hybrid soll dafür sorgen, dass die CO2-Emissionen gegenüber vergleichbaren Kreuzfahrtschiffen um bis zu 20 Prozent gesenkt werden kann.

MS Roald Amundsen wird das erste hybridbetriebene Expeditionsschiff seiner Klasse sein und beweisen, was moderne Technik heute leisten kann. Das fortschrittliche Hybridsystem besteht aus großen Batteriepacks, die Leistungsreserven vorhalten, um bei Spitzenauslastung zu unterstützen. Die zusätzliche elektrische Leistung ermöglicht einen optimalen Betrieb der Motoren, was wiederum den Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen erheblich reduziert. Das Schiff kann zudem für einen begrenzten Zeitraum auch komplett im Batteriebetrieb fahren – also gänzlich ohne Kraftstoff und Emissionen.

Das Schiff besitzt vier Verbrennungsmotoren, die mit Marinedieselöl angetrieben werden und natürlich nach wie vor den Großteil der erforderlichen Energie erzeugen. Überschüsse werden in zwei großen Batterien gespeichert, die das Schiff bei Bedarf 45 – 60 Minuten vollelektrisch mit Energie versorgen können.

Die Roald Amundsen erhält in absehbarer Zeit noch ein Schwesterschiff, denn an der MS Fridtjof Nansen wird bereits fleißig gebaut (Fertigstellung: 2020). Auch ein drittes Schiff hat man bei Hurtigruten bereits geplant. Der noch namenlose Kahn könnte dann im Jahr 2021 in See stechen, wenn alles nach Plan verläuft.

Zudem will man sechs Schiffe der aktuellen Flotte modernisieren, indem man den konventionellen Dieselantrieb durch eine “einzigartige Kombination aus Batterien, Flüssig-Erdgas (LNG) und Flüssig-Biogas (LBG)” ersetzt. Bei diesem Flüssig-Biogas handelt es sich nach Aussage des Unternehmens um eine Branchenneuheit. Dieser Kraftstoff wird aus Fisch- und anderen organischen Abfällen gewonnen.

Die Roald Amundsen, die nach dem Mann benannt ist, der zuerst den geographischen Südpol erreichte und von der Reederei Kleven Yards gebaut wurde, ist 140 Meter lang, 23,60 Meter breit und bietet Platz für 530 Passagiere.

Für die Schiffe, mit denen man auf Expeditionsreisen aufbricht, hat sich das Unternehmen seit jeher Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben und das sieht man an Bord der Roald Amundsen nicht nur am fortschrittlichen Antrieb. Als erster großer Reiseanbieter der Welt hat Hurtigruten Einwegkunststoff von all seinen Schiffen verbannt — und aus allen Partner-Hotels gleich mit.

MS Roald Amundsen verfügt über die Eisklasse PC6 und ist dank seiner Rumpfkonstruktion besonders gut für polare Gewässer geeignet. Nicht nur, dass die Konstruktion eine besonders ruhige Fahrt ermöglicht, denn darüber hinaus reduzieren hydrodynamische Propeller und Magnetmotoren Lärm und Vibrationen. Weiter erklärt das Unternehmen, dass alle verwendeten Hydrauliköle und Schmierstoffe biologisch abbaubar sind und jedes System an einen Wärmeaustausch-Kreislauf angeschlossen ist,  der überschüssige Energie effizient zurückgewinnt.

Sehr interessant finde ich auch das Konzept, welches nicht an Bord der Schiffe Halt macht, sondern auch die Zielorte mit einschließt, die man besucht. Sowohl den in den entlegenen Orten lebenden Tieren als auch den dort heimischen indigenen Völkern bringt man entsprechenden Respekt entgegen und verhält sich dementsprechend rücksichtsvoll. Auf der Seite des Veranstalters heißt es so zum Beispiel:

Wir wissen, dass der Schutz und die Schaffung eines nachhaltigen Nutzens für die Gegenden, die wir besuchen, nicht nur die richtige Vorgehensweise ist, sondern dass dies einfach unerlässlich ist, um existenzielle Risiken für unser Unternehmen zu vermeiden.

Durch den Handel vor Ort, den Kauf von lokalen Nahrungsmitteln und die Einbindung  von örtlichen Anbietern für die Organisation von Ausflügen, trägt Hurtigruten zum Lebensunterhalt und Wohlergehen der kleinen Küstengemeinden bei.

Hurtigruten achtet penibel genau darauf, dass man die Territorien so verlässt, wie man sie vorgefunden hat, zudem werden die wilden Tiere nur aus der Ferne betrachtet, damit die Touristen nicht in das natürliche Verhalten der Lebewesen einzugreifen. Zudem befindet sich auch an Bord des Hybrid-Schiffs ein sogenanntes Science Center. Dort gibt es umfangreiches Kartenmaterial, es werden von Experten Vorträge gehalten und vieles mehr. Auf diese Weise werden die Touristen so gebrieft, dass auch sie sich in den entlegenen Orten vernünftig benehmen und gleichzeitig viel Wissen über die Gegend und die dort lebenden Tiere mitnehmen können.

Science Center an Bord der Roald Amundsen

Generell hat sich Hurtigruten augenscheinlich bereits eine anspruchsvolle Kundschaft herangezüchtet, die genau weiß, wieso sie ihre Reisen dort bucht. Passagiere, die eben nicht wie Heuschrecken in Städte einfallen, dort die Attraktionen vermüllen und Touri-Fallen leerkaufen, nachdem das Schiff bereits größtmöglichen Schaden beim Anlegen angerichtet hat.

Okay, natürlich bleibt ein großes Schiff mit diesem Nachhaltigkeitskonzept und 20 Prozent weniger CO2-Emission erst einmal immer noch ein großes Schiff, welches den Planeten belastet, aber der Weg ist zumindest der richtige.

Quelle: Hurtigruten via Futurezone

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